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QUINICHETTE, PAUL & ROUSE, CHARLIE

THE CHASE IS ON (PURE PLEASURE)

QUINICHETTE, PAUL & ROUSE, CHARLIE - THE CHASE IS ON 78999
Format:
1 LP
Release:
17.07.2013
Label:
PURE PLEASURE
Genre:
Jazz/Blues
Kat.-Nr.:
78999
Barcode:
5060149621783
Die Tradition des paarweisen Tenorsaxophonspiels spiegelte sich in großen Kombinationen wie Wardell Gray und Dexter Gordon, Arnett Cobb und Eddie 'Lockjaw' Davis, Gene Ammons und Sonny Stitt sowie Al Cohn und Zoot Sims.

Dieses einmalige Treffen von Charlie Rouse und Paul Quinichette vereint zwei stark unterschiedliche Charaktere innerhalb des Mainstream-Jazz-Kontinuums.

Rouse, der danach seine überaus produktive Arbeit mit Thelonious Monk begann und zu der Zeit mit dem berühmten Waldhornspieler Julius Watkins zusammenarbeitete, entwickelte einen für ihn typischen fließenden Sound, der sich aus dem eher schlanken und gesprächigen Stil entwickelte, der hier zu hören ist.

Zu dieser Zeit, im Jahr 1957, stand Quinichette - mit dem Spitznamen 'Vice Prez' versehen wegen seiner ähnlichen Herangehensweise wie Lester Young - bereits auf bestem Fuß mit Count Basie.

Seine fließende, vollmundige Spielweise voller Soul wurde zur unleugbaren Kraft, wenn auch nur kurz, ehe er kurz danach aus der Szene ausschied, um Elektroingenieur zu werden.

Die Technik, bei Stereoaufnahmen die beiden Saxophone auf verschiedenen Kanälen aufzunehmen, war typisch für jene Zeit, und das Ergebnis ist gut, egal, ob Soli oder eine gemeinsame Melodie gespielt wird.

So hat man die Möglichkeit, genau zu hören, wie verschieden die Beiden sind. Bei Standards haben sie die Tendenz, die Hauptarrangements gemeinsam zu spielen, dann aber spielt einer gelegentlich einen abweichenden kurzen Einschub, der den eigentlichen Pfad der Melodie verlässt.

Manchmal sind sie scheinbar mitten in einem Hard-Bop Jam, dann plötzlich bei einer Ballade, und dann zurück mitten im Swing.

Das Titelstück ist einfach umwerfend, ein vergnüglicher Wettkampf sich duellierender Musiker, einer, dem man gern in einem Nachtklub beiwohnen würde.

Einige kleine harmonische Einfügungen lassen "This Can't Be Love" sich von Original abheben und in "The Things I Love" sind die beiden Tenöre auf der Höhe ihres 'Gesprächs', während das einzige Original, "Knittin'", ein fundamentaler 12-Takt Swing-Blues ist, geradeheraus und schlicht, aber mit einigen subtilen harmonischen Nuancen.

Die begleitende Band, bestehend aus dem Pianisten Wynton Kelly, dem Bassisten Wendell Marshall und dem Schlagzeuger Ed Thigpen, macht die übliche Arbeit.

Bei zwei Stücken jedoch übernehmen der Pianist Hank Jones und der Rhythmusgitarrist Freddie Green und der Sound der Band verändert sich dramatisch zur Empfindsamkeit hin, zum einen in einer fiesen Version von "When The Blues Come On", zum andern bei dem guten alten klassischen Swinger "You're Cheating Yourself".

Die Kombination von Rouse und Quinichette war eine sehr befriedigende Verbindung von zwei talentierten, vielversprechenden Individualisten auf dem Weg von der Post-Swing-Ära zum Bop, die all ihre Stärken und Unterschiede auspielten bei dieser ehrwürdigen -- und inzwischen legendären -- Session.Aufnahme: August und September 1957 in New York